Hardangervidda Tag 1 – Rund um Finse

6. August 2014

P1010590Um 16.30 Uhr erreichen wir mit den Bahnhof in Finse. Es ist schon recht spät, aber wir wollen noch ein bisschen voran kommen heute um die langen ersten Etappen etwas zu verkürzen. Also Rucksäcke auf, jetzt wird es Ernst.Die erste Etappe wird kurz, aber wir nutzen sie zur Eingewöhnung ans Trekking mit schwerem Rucksack, das finden von Trinkwasser und Zeltplatz und was sonst so in der Hardangervidda anfällt.

P1010606Vorbei am großen DNT Haus laufen wir immer an der Bahnlinie entlang nach Westen, links von uns der See Finsevatnet, dahinter erhebt eindrucksvoll der Gletscher Hardangerjokulen. Sanne hat etwas Kreislaufprobleme, doch nach kurzer Pause und einem Energierigel geht es besser. Ich entdecke ein hamsterartiges Tierchen und freue mich, noch weiß ich nicht dass es dieses Jahr sehr viele Lemminge gibt und sie uns ab jetzt auf Schritt und Tritt verfolgen werden. Nach ca. zwei Kilometern an der Bahnlinie zweigt der Weg nach links runter Richtung See ab und wir folgen nun den allgegenwärtigen roten Ts und den Steinmännchen die die DNT-Wege markieren. Vor uns liegt direkt der erste größere Aufstieg, wir wollen heute so viel wie möglich davon schaffen.

P1010615Es geht über die ersten abenteuerlichen Sommerbrücken, und dann bergauf. Kein Verglech zu den steilen Anstiegen die wir aus den Alpen gewohnt sind, aber mit dem Gepäck durchaus ebenso anstrengend. Schnell wird uns auch klar dass es hier nicht unbedingt überall ausgetretene Pfade gibt und man immer ein offenes Auge für die Markierungen haben. Gerade rund um den Gletscher, wo sehr lange Schnee liegen kann, muss man sich teilweise selbst seinen Weg suchen. Das dauert alles seine Zeit und wir kommen langsamer voran als wir geplant haben, vorallem als dann noch zwei größere Schneefelder und Schmelzwasserbäche zu queren sind. Als die Sonne immer tiefer steht wird uns klar dass wir einen Zeltplatz finden müssen, den ganzen Aufstieg schaffen wir nicht mehr.

P1010620Es wird unsere erste Nacht im Zelt in der Wildnis, entsprechend haben wir keine Erfahrung bei der Suche nach einem Zeltplatz. Ein paar Grundregeln sind uns aber klar: Trocken und im Wind um Mücken fernzuhalten, fließendes Wasser in der Nähe, eben und möglichst weich, optional schöne Aussicht. Wir finden dann tatsächlich ein Plätzchen das alle Anforderungen erfüllt. Unterhalb des Berges Dyrhaugane mit markanter Funkstation als Aufbau, und kurz bevor der See Finsevatnet aus dem Blickfeld verschwindet. Im letzten hellen Tageslicht machen wir uns an den Zeltaufbau, was auch ziemlich reibungslos klappt. Gar nicht schlecht fürs erste Mal! Zum Abendessen gibt es das erste mal Trekkingnahrung und wir sind erstaunt wie lecker das schmeckt (zumindest mein Ungarntopf mit Nudeln, Reis ist ziemlich pampig). Dann wird es schnell ungemütlich kalt und wir ziehen uns zurück ins Zelt und gehen schlafen. Innerhalb von wenigen Stunden haben wir also die Zivilisation hinter uns gelassen, und es fühlt sich gut an!


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