Neuseeland – Pelorus River Track

10. September 2017

Der Pelorus River Track ist mein zweiter Abschnitt auf dem Te Araroa in Neuseeland. Aufgrund der omnipräsenten Stechfliegen wäre der Name „Sandfly River“ aber passender. Es gibt keine gefährlichen Tiere in Neuseeland? Von wegen! Überall garstige Sandflies…

Nach dem Queen Charlotte Track und einem Pausentag in Picton muss ich Christina und Jojo recht geben: Ich habe tatsächlich zu viel Zeug dabei. Also wird zunächst mal der Rucksack ausgemistet. 2 Shirts statt 3, eine Hose statt 2, kein Pullover mehr, weniger Packsäcke und keinen Rucksackdeckel. Kaum zu glauben, aber ich spare fast 2,5kg ein. Die ausgemusterte Ausrüstung schicke ich mir per Post nach Christchurch wo ich sie am Ende wieder abholen kann. Fühlt sich doch schon besser an! Dann noch neue Lebensmittel gekauft und auf geht es per Anhalter zur Pelorus River Bridge, Drehort vom Hobbit Film und Ausgangspunkt des Pelorus River Tracks.

Sandflies können hier leider nicht unerwähnt bleiben. Diese Biester kommen direkt aus der Hölle und vermiesen jede Pause in Wassernähe. Sie treten stets in Schwärmen auf, man hört sie nicht und wenn man sie bemerkt ist es schon zu spät, die Stiche jucken und entzünden sich leicht. Am Pelorus River gab es wirklich außerordentlich viele davon…  Zum Glück haben wir ätherisches Öl gekauft was sie einigermaßen fern hält. Bonus: Es riecht sehr gut, was bei nicht vorhandener Dusche auch durchaus ein Vorteil ist.

Zu Beginn der Tour hatte ich mich auf diesen Abschnitt ganz besonders gefreut. Wir wollen nicht nur den Pelorus River entlang laufen, sondern danach auch noch die Richmond Ranges anschließen, eine Gebirgskette mit tollen Graten und Ausblicken. Leider ist die Wettervorhersage alles andere als gut, weshalb wir Essen für 10 Tage mitschleppen um schlechtes Wetter aussitzen zu können. Der Track ist leider ziemlich unspektakulär. Zunächst geht es entlang einer Forststraße und dann meistens durch dichten Wald, der Weg ist teilweise total zugewuchert. Denn Fluss sieht man eher selten, und wenn dann wird man von Sandflies zerstochen. Im Gegensatz zum Queen Charlotte Track brauchen wir keine Zelte, es gibt immer wieder einfache Hütten.

Am zweiten Abend übernachten wir auf der Roebuck Hut. Wunderschön am Bach gelegen (Sandflies…) kann man es hier wirklich gut aushalten. Abends machen wir ein Lagerfeuer und bewundern den klaren Sternenhimmel. Bis hierher war eigentlich alles recht einfach, doch der Folgetag wird knüppelhart: Wir steigen über Stock und Stein sehr steil zu einem Pass hinauf und verlassen den Pelorus River in Richtung Richmond Ranges. Der Aufstieg zur Starveall Hut ist einer der härtesten des gesamten Te Araroa. Oben angekommen sind wir fix und fertig, und leider ist auch die angekündigte Schlechtwetterfront schon im Anmarsch.

Die Mädels beschließen am nächsten Morgen die Etappe abzubrechen, ich möchte weiter aufsteigen. So trennen sich also zunächst unsere Wege, allerdings nicht für lange. Nach einer Stunde Aufstieg wird der Wind zu Sturm und es beginnt zu regnen, keine guten Voraussetzungen für eine Gratwanderung, alleine und mit schwerem Rucksack. Ich hatte mich sehr auf diese Etappe gefreut, aber so macht es keinen Sinn. Also steige ich auch ab, hole die Mädels ein und wir fahren gemeinsam nach Nelson.

Leider war der Pelorus River Track nicht so toll, und der Sturm hat die Richmond Ranges verhindert. In Nelson können wir immerhin an den Strand gehen. Am Ende ist der Abbruch aber die richtige Entscheidung, denn es gilt für die nächsten Tage die höchste Unwetterwarnung, mit Erdrutschen und unterspülten Straßen. Am Ende sollte es 5 Tage dauern bis ich wieder weiterlaufen konnte…

 

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