Berliner Höhenweg – Zillertaler Runde

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Der Berliner Höhenweg ist rund 80km lang, dabei sind insgesamt ca. 8.500 Höhenmeter im Auf- sowie Abstieg zu bewältigen. Im Normalfall sind dafür 7-9 Tage zu veranschlagen. Man kann die Tour jederzeit abbrechen, da von allen Hütten ein Weg direkt ins Tal führt. Die klassische Route startet an der Gamshütte über Finkenberg und endet an der Edelhütte über Mayrhofen.

Wir sind den Berliner Höhenweg im Naturpark Zillertal im August 2015 bei absolutem Traumwetter in insgesamt 7 Tagen gelaufen. Dabei haben wir die entgegengesetzte Richtung gewählt, sind also am ersten Tag vom Parkplatz der Ahornbahn zur Edelhütte aufgestiegen. Das war eigentlich eher Zufall, denn die Gamshütte war am Starttag ausgebucht, während es auf der Edelhütte noch Platz gab. Rückblickend würden wir das aber auch so weiterempfehlen, einige Stellen schienen uns so deutlich einfacher! Auf den meisten Etappen hatten wir so die schweren Stellen am Anfang des Tages (z.B. am Siebenschneidenweg) oder im Aufstieg (z.B. Klettersteig am Schönbichler Horn).

Der Berliner Höhenweg beinhaltet bereits die Besteigung des Schönbichler Horns (3.133m), zusätzlich kann man noch, recht einfach, den Gigalitz (3.001m) und, etwas aufwändiger, den Hohen Riffler (3.233m) einbauen um die 3000er Sammlung zu erweitern.

Etappen

Zunächst war die Tour in 8 Etappen geplant, allerdings haben wir am letzten Tag auf eine Übernachtung auf der Gamshütte verzichtet und sind von dort noch ins Tal abgestiegen. Ansonsten haben wir uns genau an die Original-Route gehalten und auf die Seilbahn verzichtet, lediglich von Finkenberg zurück nach Mayrhofen haben wir den Bus benutzt.

Etappenübersicht

Etappe 1 – Mayrhofen – Edelhütte
Etappe 2 – Edelhütte – Siebenschneidenweg – Kasseler Hütte
Etappe 3 – Kasseler Hütte – Greizer Hütte
Etappe 4 – Greizer Hütte – Berliner Hütte
Etappe 5 – Berliner Hütte – Schönbichler Horn – Furtschaglhaus
Etappe 6 – Furtschaglhaus – Olpererhütte – Friesenberghaus
Etappe 7 – Friesenberghaus – Gamshütte – Finkenberg

Übersicht der gesamten Tour

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Trekkingpauschale Berliner Höhenweg

Der „Naturpark Zillertal“ bietet eine Trekking-Pauschale für den Berliner Höhenweg an. Dabei muss man lediglich angeben wann man die Tour starten möchte und hat dann auf allen Hütten automatisch eine Reservierung im Zimmer oder Lager und zusätzlich Halbpension (3- oder 4-Gänge-Menü abends und Frühstück morgens). Wir fanden das sehr praktisch, da wir uns um nichts kümmern mussten. Abends gab es meistens mehrere Hauptspeisen zur Auswahl (nicht immer Vegetarier geeignet, das muss man ggf. gleich bei der Anmeldung sagen.) 2015 haben 7 Übernachtungen für AV-Mitglieder 270€ gekostet. Wenn man immer das Bergsteigeressen nimmt kommt man am Ende sicherlich günstiger weg, uns hat die Halbpension aber durchweg gut gefallen. Zusätzlich bekommt man noch AV-Wanderkarten des Zillertals (Mitte und West, Ost bekommt man auf freundliche Nachfrage auch dazu), und diverse Gutscheine für Bus, Taxi und Museen.

Ausrüstung

Der Berliner Höhenweg stellt eigentlich keine besonderen Ansprüche an die Ausrüstung. Wie immer sollte man darauf achten nicht zu viel mitzunehmen. Die komplette Ausrüstung sollte, ohne Trinkwasser, am besten unter 10kg wiegen. Bei mir waren es, mit Proviant für 7 Tage und Fotoausrüstung, insgesamt 9kg, dazu dann noch 2-3 Liter Wasser.

Die Grundausrüstung sieht eigentlich immer gleich aus. Nichts davon darf fehlen, Gewicht ist anderswo zu sparen! Bekleidung lässt sich unterwegs aber immer waschen.

  • Rucksack mit ca. 35l Packvolumen
  • Normale Wanderbekleidung in zweifacher Ausführung (Socken, Hose, Shirt, Unterwäsche), dazu gute (und eingelaufene) Bergstiefel
  • Sonnenschutz (Brille, Hut, Sonnencreme)
  • Regenschutz
  • Warme Bekleidung (leichte Jacke, Mütze, Handschuhe, Unterwäsche)
  • Hüttenschlafsack
  • Hygieneutensilien (ein Waschlappen ist sehr nützlich, es gibt nicht überall Duschen!)
  • Erste-Hilfe-Set + Telefon für Notfälle
  • Ausreichend Bargeld

Zusätzlich hatte ich noch dabei:

  • Fotoausrüstung (Foto mit 2 Ersatzakkus und Stativ), insgesamt ca. 700g
  • Kartenmaterial und Etappenübersicht
  • Camelbak Trinkblase mit 3l Wasser, dazu eine 1l Flasche die ich nie benutzt habe
  • Wasserfilter Sawyer Mini und Evernew Bag. Habe ich zweimal benutzt (immer wenn explizit „Kein Trinkwasser“ am Wasserhahn stand), wäre aber wahrscheinlich nicht nötig gewesen. Wiegt mit insgesamt 120g aber auch nichts.
  • Leichte Hose + Shirt + Flipflops für die Hütte

Mein Regenkonzept konnte ich nicht wirklich testen da wir, bis auf 2h am ersten Tag, durchgängig schönes Wetter hatten. Jedoch habe ich mich gegen einen Regenponcho entschieden und stattdessen alles im Rucksack in Drybags (SeaToSummit Ultralight Dry Sack) verpackt. So kann theoretisch der gesamte Rucksack ins Wasser fallen ohne dass innen etwas Wichtiges nass wird. Als schönen Nebeneffekt hat man alles gut sortiert und z.B. saubere von schmutziger Wäsche getrennt.

Ein Klettersteigset macht u.U. am Schönbichler Horn Sinn wenn man unsicher an ausgesetzten Drahtseilpassagen ist. Bei schlechter Witterung (Nässe, Frost etc.) ist es hier sogar empfehlenswert. Wir haben aber auch Leute getroffen die es extra deshalb dabei hatten und dann nicht benutzten, weil die kurze Passage wirklich nicht sonderlich schwer ist und das Set eher stört. An allen anderen versicherten Stellen ist es nicht zu gebrauchen! Da wir keine Klettersteigsets besitzen hat sich die Frage bei uns gar nicht erst gestellt.