Hardangervidda 2014 – Vorbereitung

Warum Hardangervidda?

Als wir uns entschieden haben eine Trekkingtour zu machen hatten wir eigentlich an einen großen Trail in Nordamerika gedacht. Wenn man dann anfängt sich ein bisschen einzulesen merkt man schnell: Sowas braucht ganz schön viel Planung. Dort gibt es unterwegs keine Möglichkeiten die Tour abzubrechen oder Proviant nachzukaufen. Die Entfernung zu Fuß machte uns keine Gedanken, im Jahr zuvor sind wir bereits in 13 Etappen von Oberstdorf nach Bozen über die Alpen gelaufen. Mit Trekking hatten wir aber beide noch keinerlei Erfahrung, weder mit Zelten im Freien, noch mit der Planung des Nahrungsbedarfs, Abwehr von Bären, Aufbereitung von Trinkwasser und was man sonst noch so beachten muss.

Im Internet habe ich daraufhin gelesen dass Skandinavien eine gute Alternative bietet um sich etwas einzugewöhnen: Keine gefährlichen Tiere, immer mal wieder die Möglichkeit in einer Hütte unterzukommen oder Proviant aufzustocken, noch dazu insgesamt näher und leichter zu erreichen. Dann fällt die Wahl relativ schnell auf die Hardangervidda, quasi „Wildnis Light“, da man zwar wunderbar weg von der Zivilisation ist, aber trotzdem täglich die Möglichkeit hat eine DNT-Hütte anzusteuern.

Vorbereitung

Wir haben uns für die Vorbereitung das Buch „Hardangervidda“ aus dem Outdoor-Verlag gekauft, wie vermutlich jeder deutschsprachige Trekker mit diesem Ziel. Dort gibt es einmal eine Nord-Süd-Querung und eine von Süd-Westen nach Osten. Wir fanden erstere Tour ansprechender, da sie komplett auf der westlichen Seite der Hardangervidda verläuft welche deutlich hügeliger ist. Ausserdem kommt man auf der Tour an den Highlights Harteigen (markantester Berg der Hardangervidda) und Hardangerjokulen (großer Gletscher bei Finse) vorbei. So steht also die grobe Tour schonmal fest: Es geht von Finse nach Haukeliseter.

Die Anreise ist eigentlich denkbar einfach: Nach Oslo kommt man jedem größeren Flughafen, von dort fährt mehrmals täglich die Bergenbahn direkt nach Finse. Wir haben insgesamt 14 Tage Zeit, und rechnen mit 7-10 Tagen unterwegs, bleiben also ein paar Tage Rest übrig. Eine Freundin hat ein Auslandssemester in Bergen gemacht und uns dazu geraten lieber dort die Zeit zu verbringen als in Oslo. Das war ein sehr guter Tipp den wir nur noch einmal unterstreichen können! Also haben wir letztendlich einen Gabelflug gebucht: Von München nach Oslo und mit der Bahn nach Finse. Dann von Haukeliseter mit dem Bus nach Bergen, von dort über Kopenhagen zurück nach München.

Zur genaueren Routenplanung habe ich noch eine DNT-Karte der Hardangervidda bestellt (Fjellkart CK 47, 1:100.000). Das ist wirklich zu empfehlen und reicht unterwegs im Prinzip aus. Auf den (immer ausgeschaltenen) Smartphones hatten wir noch eine detaillierte GPS-Karte für den Notfall dabei, haben wir aber nie gebraucht. Auf den Karten sind Zeiten in Stunden eingetragen die man benötigt um von einer Weggablung zur nächsten zu kommen, außerdem sieht man bei den Hütten schon sofort ob sie bewirtschaftet sind, Selbstverpfleger oder man einen DNT-Schlüssel braucht. Auch Sumpfgebiete sind erkennbar, was die Zeltplatzsuche im Vorraus schon etwas erleichtert. Mit persönlich hat ein Blog von einem Pärchen sehr gut gefallen die genau dieselbe Tour gelaufen sind: www.auf-tour.info. Wir haben die Berichte ausgedruckt dabei gehabt und auf der Karte die Stellen markiert an denen man laut des Blogs gut zelten kann. Das war ernsthaft eine große Hilfe bei unserer Planung, danke nochmal dafür!

Hinweis zu Buch und Karte

Wir haben auf dieser ersten kurzen Etappe schon ziemlich schnell realisiert dass Zeitangaben im gelben Trekkingbuch quasi nicht einhaltbar sind. Auch auf der DNT-Karte stehen Zeiten an denen man sich keinesfalls orientieren sollte! Wir haben eigentlich durchgehend auf allen Etappen nochmal die Hälfte draufgeschlagen, und andere Trekker unterwegs haben das genauso gehandhabt. Was mich aber noch viel mehr stört ist das völlig unbrauchbare Höhenprofil im Trekkingbuch. In meinen Augen ist es schlichtweg falsch, zumindest auf der ersten Etappe hätten wir nach Höhenprofil locker (!) die Paßhöhe erreichen können um auf der daran anschließenden Hochebene einen Zeltplatz zu finden. Gott sei Dank haben wir unterwegs den Aufstieg unterbrochen und einen Zeltplatz gefunden, denn am nächsten Tag waren wir nochmal eine knappe Stunde unterwegs bis wir den Paß erreicht haben. Von der Ebene im Höhenprofil war nichts zu sehen, es ging ständig auf und ab. Ich fand das Buch zur Planung ganz hilfreich, doch unterwegs war es nutzlos, wir haben in der Folge nur noch mit der guten DNT-Karte geplant. Alle deutschen Trekker unterwegs haben ähnliche Erfahrung gemacht, fast jeder hatte das Buch dabei und empfand wie wir.

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