Nepal 2015 – Manaslu Runde – Arughat nach Jagat

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Der erste Teil der Manaslu Runde führt uns zunächst mit dem Jeep über sehr abenteuerliche Straßen zum Startpunkt nach Arughat. Die ersten Tage der Tour gehen wir gemeinsam mit Jessy und Marko die ebenfalls die Manaslu-Runde gehen, allerdings noch mit einem Abstecher ins Tsum Valley. Zusammen mit den Guides und Trägern quetschen wir uns also in den Jeep und es geht los. P1040455In Kathmandu scheint es keine Verkehrsregeln zu geben, oder zumindest hält sich keiner daran. Überholt wird eigentlich immer, der Gegenverkehr wird schon ausweichen, Anschnallgurte gibt es nicht („Nepali Style“) und das wichtigste Utensil am Auto ist die Hupe. Nach ca. 2h Fahrt verlassen wir dann die gut ausgebaut Straße und das eigentlich Abenteuer beginnt. Auf dem Weg wechseln sich tiefe Schlaglöcher und riesige Felsbrocken ab, der Jeep rumpelt und wackelt durch die Gegend, dennoch kommen uns hier noch vollbeladene Linienbusse entgegen. Unser Fahrer hat aber alles gut im Griff, und so erreichen wir nach ca. 6h Arughat. In der Lodge haben wir ein schönes Zimmer mit eigenem Bad, das Essen ist lecker und es hat angenehme Temperaturen.

P1040503Am nächsten Tag geht es dann richtig los. Ein komisches Gefühl wenn man selbst kaum etwas zu tragen hat weil der Träger alles schleppt. Er macht aber keinen unglücklichen Eindruck und wir versuchen uns daran zu gewöhnen. Bis zum nächsten Ort, Soti Khola, laufen wir entlang der Straße, ab und zu kommt ein Local Bus entgegen. In Soti Khola essen wir etwas und folgen dann dem Pfad weiter, immer am Fluss entlang. Ab hier gibt es keine Straße mehr, alle Güter werden mit Mulis (später mit Yaks) transportiert, immer wieder kommen uns die Tiere auf dem Weg entgegen und wir müssen ausweichen.

P1040599Unterwegs kommen wir immer wieder durch kleine Dörfer. Die Bewohner sind uns gegenüber ziemlich gleichgültig, nur die Kinder kommen auf uns zu und betteln („Give me Sweets“, „Give me Pen“). Überall sieht man die Auswirkungen des Erdbebens, viele Häuser wurden notdürftig mit Planen und Wellblech gegen den Monsun geschützt, Strom gibt es fast nirgends da die Leitungn zerstört wurden. Dafür haben fast alle Häuser kleine Solarpanels auf den Dächern, damit werden Autobatterien geladen die dann wiederum abends Glühbirnen betreiben. In der Lodge in Lapubesi lernen wir erstmals die anderen Trekker kennen die mit uns die Manaslu-Runde laufen. Da es nur wenige Lodges gibt, und alle dasselbe Tagespensum laufen, treffen wir die anderen jeden Abend wieder, auch wenn wir tagsüber unser eigenes Tempo gehen. Vier Engländer sind bereits zum siebten Mal in Nepal und tragen all ihre Sachen selbst, und zwei Rumänen haben professionelle Fotoausrüstung dabei und bleiben dauernd zum fotografieren stehen, dazu wir zwei und Jessy und Marko. Das war es auch schon, 10 Leute, soviel zur Frage wie überlaufen der Manasu-Trek wohl ist.

P1040618Das Wort „Berge“ hat in Nepal eine andere Bedeutung als bei uns, es bezeichnet grob alles über 5.000m. Die 3.000er die uns hier bereits umgeben haben weder Namen noch Bezeichnungen, wenn sie flach genug sind werden sie zum Reisanbau genutzt, ansonsten interessiert sich keiner dafür. Im Ort Machkakhola sehen wir zum erstenmal Berge die den Namen auch verdient haben: Ganesh Himal (wir sehen Ganesh II, 7.118m). Wenn man nicht genau hinschaut erkennt man gar nicht dass es keine Wolken sind. Abends erreichen wir Khorlabeshi, nur 10km vom Epizentrum des Erdbebens entfernt und von allen Dörfern am heftigsten betroffen. Hier steht wirklich gar nichts mehr, das erste was aufgebaut wurde war das Guesthouse, damit die Touristen kommen können… Es ist sehr schön hier und warm genug um draußen zu sitzen, Dipendra und Manoj bringen uns ein nepalesisches Kartenspiel bei.

P1040739Weiter geht es über Tatopani, dort gibt es heiße Quellen (tato = heiß, pani = Wasser), nach Dobhan. Der Ort liegt wunderschön oberhalb des Flusses und hat vom Erdbeben gar nichts abbekommen. Es ist das erste Dorf was ordentlich aussieht, alles ist aufgeräumt und gepflegt. Es gibt hier außerdem eine Schule, und nachdem wir freundlich gefragt haben dürfen wir die Schüler im Klassenzimmer besuchen. Ein schönes Erlebnis, die Kinder haben sich gefreut und wir haben dafür eine Spende dagelassen.

P1040768Der weitere Weg nach Jagat war dann wieder von Zerstörung geprägt. Zunächst mussten wir einen riesigen Erdrutsch queren der den Weg mitgerissen hat. Danach war ein Umweg notwendig da der Fluss nach dem Monsun den Pfad unterspült hat. Die Dorfbewohner waren schon fleißig dabei eine Brücke zu bauen um den Weg an den geänderten Flusslauf anzupassen. Abends erreichten wir dann Jagat kurz  bevor es anfing heftig zu regnen. Wir verbrachten den letzten gemeinsamen Abend zusammen mit Marko und Jessy, gingen aber früh schlafen da es jetzt abends doch schnell kalt wurde.

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