Nepal 2015 – Manaslu Runde – Bhimtang nach Besishahar

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P1050429Die Nacht in Bhimtang war sehr erholsam, aber nach der langen Passüberquerung hätten wir uns vermutlich überall wohlgefühlt. In der Morgensonne strahlt uns die Westflanke des Manaslu an und auch der vergletscherte Talschluss mit Himlung Himal im Norden ist beeindruckend. Allerdings gibt es auch noch Organisatorisches zu klären: Da wir in Samdo einen zusätzlichen Ruhetag gebraucht haben, fehlt uns dieser nun am Ende der Tour. Wir müssen zurück nach Besishahar, von dort fahren wir nach Kathmandu. Um in der Zeit zu bleiben müssten wir mit dem Jeep nach Besishahar fahren, aber wir wollen lieber laufen. Dipendra schlägt vor dass wir einen Sightseeing-Tag in Kathmandu opfern können um die Tour zu verlängern. Nach etwas Überlegungszeit gehen wir darauf ein. Für uns ist es schöner als zwei Tage im Auto zu verbringen, die Guides freuen sich über einen Tag mehr Bezahlung 🙂

P1050486Nach gemütlichem Frühstück in Bhimtang brechen wir auf in Richtung Karche. Die Etappe ist recht kurz, die nächste Lodge soll aber sehr schön sein. Bisher war für mich mental nach dem Pass die Tour zu Ende, ich habe nicht erwartet dass danach noch viel spektakuläres passiert. Damit lag ich eindeutig falsch, denn die Etappe von Bhimtang nach Karche ist ein Highlight! Auf 3.500m Höhe laufen wir durch herbstlich-bunten Laubwald, dahinter steht die Nordwest-Flanke des Manaslu. Es ist wirklich wunderschön.

P1050546Auch mit der Lodge in Kharche wurde nicht zu viel versprochen, sie liegt idyllisch im Wald und ist sehr schön. Wir genießen die Sonne, waschen unsere Klamotten und das Highlight: Nachdem wir nun wieder unter 3.000m sind und die Akklimatisierung keine Rolle mehr spielt, dürfen wir wieder Bier trinken! Das erste Bier nach zwei Wochen schmeckt herrlich, und es bleibt nicht bei einem, denn wir müssen ja unseren Pass-Erfolg feiern. So entwickelt sich der Abend zu einer fröhlichen Larke-Party, denn die Guides sind heute natürlich eingeladen.

P1050613Trotz des erhöhten Bierkonsums geht es morgens früh weiter, die Etappen werden nun wieder länger. Um 8 Uhr ist Abmarsch, wir folgen dem Fluss talauswärts nach Dharapani. Dort treffen wir auf die Trekking-Autobahn der Annapurna-Runde. Es gibt unzählige Lodges, eine Jeep-Straße und jede Menge Touristen. Allein an diesem Tag kommen uns sicherlich 100 Leute entgegen die zum Thorung La unterwegs sind. Zu Erinnerung: Den Larke Pass haben außer uns am selben Tag nur die zwei Spanierinnen überquert, inklusive Guides also insgesamt 8 Personen. Sehr positiv hervorzuheben ist in Dharapani allerding das Essen, die (unerwartet riesigen) Frühlingsrollen waren super!

P1050624Ab der Mittagspause ist die Route leider nicht mehr so schön. Wir folgen hauptsächlich der Straße, aufgrund des Benzinmangels ist immerhin kaum etwas los. Auch das Wetter wird schlechter, es sieht ständig so aus als ob es bald regnet, was aber zum Glück nicht passiert. So laufen wir durch das an sich schöne Tal dem Ort Tal (nepalesisch für See) entgegen. Dort warten zahlreiche Annehmlichkeiten auf uns, allen voran eine warme Dusche im eigenen Bad. Das hatten wir seit 2,5 Wochen nicht mehr und es ist ein absoluter Traum! Außerdem haben wir hier WLAN und können zuhause Bescheid geben dass alles in Ordnung ist, leider führt es aber auch dazu das wir statt Karten zu spielen alle nur ins Smartphone starren. Fluch und Segen der modernen Kommunikation…

P1050652Die letzte ganztägige Etappe führt uns dann von Tal nach Ghermu. Das Tal wird immer breiter und die Berge um uns herum wieder flacher, leider folgen wir auch heute hauptsächlich der Straße. Bereits nach wenigen Metern folgt uns ein Hund und weicht für einige Kilometer nicht mehr von unserer Seite. Er hat uns als Herde identifiziert und schaut immer das wir alle zusammenbleiben und uns nichts passiert. Erst als ein anderer Hund entgegenkommt verliert er das Interesse an uns und läuft wieder zurück.

P1050686Unterwegs machen wir Pause und bestellen wieder Frühlingsrollen da sie gestern so gut waren. Leider schmecken sie diesmal überhaupt nicht gut, ich esse fast gar nichts davon, Sanne knabbert aus Verlegenheit ein bisschen mehr daran rum. Der Ort Ghermu liegt etwas oberhalb des Flusses und bietet eine schöne Aussicht. Wir unterhalten uns eine Weile mit dem Lodgebesitzer, trinken Bier und essen mal wieder Dal Bhat. Da wir die einzigen Gäste sind und mit Holz gekocht wird, ist es zu aufwändig etwas anderes zu machen. Nach einem kurzem Stromausfall und einem kleinen Waldbrand auf der anderen Talseite gehen wir ins Bett.

P1050718Der letzte Tag sieht eine ca. dreistündige Tour nach Nadi Bazar vor, von wo wir mit dem Local Bus weiter nach Besishahar fahren. Da nicht so viele Busse fahren müssen wir morgens zeitig los, leider scheinen das die Lodgebesitzer nicht zu wissen, denn das Frühstück dauert ziemlich lange. Nach den ganzen Tagen in der Höhe bin ich das subtropische Wetter hier nicht mehr gewöhnt bereits nach kurzer Zeit bin ich komplett nassgeschwitzt. Der letzte Aufstieg der gesamten Umrundung, rauf zum Ort Bahundanda hat es nochmal in sich, doch danach geht es nur noch bergab.

P1050725Genau pünktlich zum Bus erreichen wir Nadi Bazar. Eine riesige Baustelle macht eindeutig klar dass wir wieder in der Zivilisation sind, Nepal lässt hier mit chinesischer Hilfe ein riesiges Wasserkraftwerk bauen. Die Busfahrt wird dann sehr abenteuerlich, „überfüllt“ wäre untertrieben, der Bus platzt aus allen Nähten und fährt dazu noch auf Straßen und in Schräglagen über die man lieber nicht so ganz genau nachdenkt. Nach 2,5h erreichen wir dann endlich Besishahar.

Besishahar ist größer als gedacht, es gibt eine Vielzahl an Läden und Hotels und sehr viele Menschen. Unser Guide Dipendra hat heute Geburtstag und Sanne hat unterwegs herausgefunden dass er Schwarzwälder Kirschtorte mag. Wie es der Zufall so will finden wir tatsächlich eine Bäckerei in der wir Torte kaufen können. So beenden wir den letzten Abend mit Torte, einigen Leckereien aus der Küche (die eigentlich zuerst nur Dal Bhat anbieten wollte) und viel Bier. Am nächsten Tag geht es dann per Jeep wieder zurück nach Kathmandu.

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