Nepal 2015 – Vorbereitung

Warum Nepal?

Wer von Bergen fasziniert ist muss schon fast zwangsläufig davon träumen einmal die höchsten Berge der Welt zu sehen. Umgeben sein von (für uns) unerreichbar hohen Gipfeln, dabei in Höhen vorzudringen die es in den Alpen gar nicht gibt, und das ganz ohne Hochtourenausrüstung und -ausbildung. Aber auch kulturell bietet Nepal viel, ich war noch nie zuvor in Asien und wollte die Art zu leben, die sich so von uns Europäern unterscheidet, hautnah erleben. Nachdem ich dann verschiedenste Reiseberichte über Trekking in Nepal gelesen habe stand die Entscheidung fest.

Warum die Manaslu-Umrundung?

Diese Frage stellt man früher oder später allen Trekkern die man unterwegs trifft, und auf der Manaslu-Runde war die Antwort immer (ausnahmslos!): „Weil hier weniger los ist als auf der Annapurna-Runde“. Das Annapurna-Gebiet, gemeinhin bekannt als die beliebteste und schönste Trekkingroute der Welt, besuchen jährlich über 20.000 Touristen, im Manaslu-Gebiet sind es ca. 2.000. Da diese Zahl stetig steigt wollten wir unbedingt die Manaslu-Runde gehen bevor sie ebenso überlaufen wird und immer touristischer, oder gar von Straßen erschlossen, wird. Die Annapurna kann man mittlerweile mit Hilfe von Jeep und Flugzeug in 5 Tagen umrunden. Kurz gesagt: Landschaftlich ist sicherlich beides sehr reizvoll, wer auf Komfort verzichten kann und eher „unverdorbene“ Kultur erleben will ist am Manaslu besser aufgehoben. Zu beachten ist nur: Am Manaslu benötigt man zwingend einen Guide, andere Treks kann man auch selbstorganisiert gehen.

Nepal nach dem Erdbeben

Als Nepal am 25. April 2015 von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde, waren unsere Flüge und die Tour schon längst gebucht. Für uns kam es nicht in Frage zu stornieren, da man nach dem Erdbeben überall gelesen hat dass man das Land am besten unterstützt indem man es bereist und dort Geld ausgibt. Lediglich bei der Routenwahl waren wir uns bis kurz vor Abflug nicht sicher, denn die Manaslu-Runde führt genau durchs Epizentrum des Bebens, die Wege und Brücken waren teils komplett zerstört und die Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Mit unserer Trekking-Agentur sind wir aber so verbleiben dass wir die Tour machen wenn es möglich ist und ansonsten spontan vor Ort um planen. Letztendlich war es dann ziemlich problemlos. An manchen Stellen wurde der Weg von Erdrutschen blockiert und man musste einen kleinen Umweg gehen, an anderen Stellen waren die Brücken provisorisch ersetzt und etwas abenteuerlicher. Da die Bewohner aber auf die Handelswege angewiesen sind wurden sie auch ziemlich schnell wieder repariert. Schlimmer sieht es in den Dörfern aus: Fast überall ist das Stromnetz der Wasserkraftwerke ausgefallen, die meisten Häuser sind eingestürzt, als erstes wurden Lodges wieder aufgebaut damit die Touristen kommen. Die Situation war also traurig, aber keineswegs gefährlich. Der gesamte Weg war durchgehend leichter zu gehen als ein durchschnittlicher Wanderpfad in den Alpen!
Im Kathmandu-Tal fehlt uns etwas der Vorher-Nachher-Vergleich. In Kathmandu selbst haben wir relativ wenig Zerstörung gesehen. In Thamel sind nur zwei Häuser eingestürzt, am Durbar Square dafür wohl alles zerstört (wir waren nicht dort). Die großen Tempel werden schnellstmöglich repariert und neu angemalt, hier sieht man eigentlich kaum noch etwas. Swayambhunath sah nicht sonderlich betroffen aus als wir dort waren. Anders sieht es dagegen in Bhaktapur aus, dort ist der Durbar Square nicht ganz so stark betroffen, dafür ansonsten der ganze Ort schwer beschädigt und ganze Viertel dem Erdboden gleich gemacht.

Trekking-Agentur

Etwas Werbung muss auch sein, und zwar aus vollster Überzeugung: Wir haben unsere Tour über www.himatrek.de gebucht, und würden das jederzeit wieder tun! Wir haben dort mit Klaus einen sehr netten Ansprechpartner in Deutschland der sich um alles kümmert. Daraufhin haben wir uns selbst um Flüge gekümmert und das war im Prinzip zu ganze Planung. Alle Unterkünfte, Transfers Permits und sonstige Formalitäten wurden erledigt. Guide Dipendra und Träger Manoj waren sehr freundlich und kompetent, Krishna hat sich in Kathmandu um alles gekümmert. Volle Weiterempfehlung!

Ausrüstung

Unsere Ausrüstung bestand im Prinzip aus dem Standard den wir auf jeder Alpen-Tour dabei haben. Eine Herausforderung stellt das Klima dar, denn zu Beginn der Tour sind wir durch Urwald-ähnliche Vegetation mit hoher Luftfeuchtigkeit gelaufen, in der Höhe ging es dann teilweise nachts bei eisigen Temperaturen mit Stirnlampe los. Da wir einen Träger hatten (13kg pro Person) und selbst auch Rucksäcke, waren wir nicht gerade Ultraleicht unterwegs und haben uns ums Gepäck nicht so viele Gedanken gemacht. Bei einer selbst organisierten Tour hätten wir vermutlich nicht zwei paar Wanderschuhe dabei gehabt und auch auf die ein oder andere Jacke verzichtet… Ein paar unüblichere Ausrüstungsgegenstände die auf keinen Fall fehlen sollten:

  • Stirnlampe mit Ersatzakkus: Es gab sehr oft keinen Strom und es wird sehr schnell dunkel. Licht ist extrem wichtig!
  • Wasserfilter/-aufbereitung: Das Wasser in Nepal ist kein Trinkwasser, zumindest nicht für europäische Mägen! Wir haben durchgehend Wasser selbst gefiltert, abgekochtes zu kaufen ist auf Dauer teuer, Plastikflaschen sind aufgrund der fehlenden Müllabfuhr ganz schlecht. Wir hatten einen Sawyer Mini Wasserfilter und einen Evernew 2l Wasserbeutel und sind damit sehr gut klar gekommen. Andere hatten Chlortabletten dabei, allerdings mag ich den Geschmack nicht, zumindest nicht 3 Wochen am Stück. Achtung beim Sawyer Mini: In der Jackentasche bzw. nachts im Schlafsack aufbewahren, der darf auf keinen Fall gefrieren!
  • Waschlappen und/oder Feuchttücher: Fließendes Wasser gibt es nicht überall und wenn dann ist es sehr kalt. Es ist eine Wohltat sich einen Eimer mit heißem Wasser zu gönnen, allerdings braucht man dann eben einen Waschlappen. Am besten einen Outdoor-Waschlappen (oder die kleinsten verfügbaren Outdoor-Handtücher), denn die trocknen innerhalb weniger Stunden wieder.
  • Handdesinfektion: Die hygienischen Verhältnisse auf den Toiletten lassen zu wünschen übrig, fließendes Wasser und Seife gibt es quasi nie. Ab und zu die Hände zu desinfizieren gibt einem da gleich ein angenehmeres Gefühl.