Neuseeland – Motatapu Track

Zwei Tage per Anhalter fahren, ganz alleine unterwegs, viele Sandflies, viel im Wasser laufen und starke Knieschmerzen. Die 3 Tage auf dem Motatapu Track von Wanaka nach Queenstown fordern mir einiges ab.

Der nächste Abschnitt meiner Reise beginnt zunächst mit großem Abschied und sehr viel Autofahren nach Wanaka wo der Motatapu Track beginnt. Da ich entschieden habe die Flussetappen auszulassen, werde ich nun große Teile des Te Araroa Trails überspringen. Das bedeutet zunächst Abschied nehmen von meinen liebgewonnenen Mitwanderern, die sich trotz starken Regenfällen ins Flussgebiet wagen. Außerdem muss ich ca. 800 Kilometer mit dem Auto überbrücken um von Hanmer Springs nach Wanaka zu gelangen. Dafür brauche ich zwei Tage und werde von sechs verschiedenen Leuten mitgenommen. Die größte Strecke nimmt mich der Franzose Robin mit. Nach einer gemeinsamen Übernachtung (mit Pizza, Bier und Rugby) im Ort Fox Glacier und einem kurzen Ausflug zum gleichnamigen Gletscher fährt mich Robin bis nach Wanaka. Das war sehr unterhaltsam! Und trotz ersten Zweifeln kann man tatsächlich auch solch eine lange Strecke per Anhalter bewältigen.

Nach einer stürmischen Nacht in Wanaka mache ich mich wieder auf den Weg. Die heutige Etappe ist 24km lang, gut um nach den Pausetagen wieder reinzukommen. Der Weg am See entlang ist herrlich, das Wasser lädt zum Baden ein. Nach einem kurzen Stück auf einer Schotterstraße beginnt im Nationalpark der Motatapu Track. Dieser wurde von der Sängerin Sheryl Crow gesponsert die in der Nähe wohnt. Nach 3h Aufstieg erreiche ich die Fernburn Hut. Mein Knie schmerzt ziemlich stark, das ist neu… Die Hütten im Park sind alle identisch, da sie im Tal zusammengebaut und per Helikopter abgesetzt wurden. Die Gesellschaft heute Abend ist sehr nett, wir sitzen lange vor der Hütte und unterhalten uns.

Am nächsten Morgen breche ich mit dem ersten Licht auf, da ich zwei kurze Etappen zusammenlegen möchte. Es wird ein harter Tag mit drei sehr großen Auf- und Abstiegen. Das Wetter ist leider sehr wechselhaft mit leichtem Regen. Es ist durch den Regen und Wind zu kalt für ein T-Shirt, aber auch zu warm für eine Regenjacke. Nach 3h Stunden erreiche ich bereits die erste Hütte, hier hätte die kurze Etappe bereits geendet. Ich mache ausgiebig Pause und sorge mich um mein Knie, das nun auch angeschwollen ist. Aber es hilft nichts, ich muss weiter. Gegen 15 Uhr treffe ich heute zum ersten Mal eine andere Person, um 17 Uhr erreiche ich mein Ziel, die Roses Hut. Erstaunlicherweise sind schon fünf andere da, ich hatte schon darauf spekuliert heute einmal alleine zu sein. Von einer schwedischen TA Hikerin sind die anderen Gäste aber merkwürdig verschlossen, keiner redet etwas. Ist aber auch egal, ich bin hundemüde und gehe früh schlafen.

Auch in der Roses Hut breche ich wieder früh auf, ich will bis Arrow Town kommen. Den ersten Aufstieg im Schatten bringe ich schnell hinter mich, den folgenden Abstieg wegen Knieschmerzen eher langsam. Nun folgt ein spannender Abschnitt: Statt den zugewucherten Pfad zu nutzen, empfiehlt der Trail Guide einfach direkt im flachen Bach stromabwärts zu laufen. Das funktioniert ziemlich gut, das Wasser ist selten mehr als knietief, aber die Strömung teilweise recht stark. Nach ca. einer Stunde im Wasser erreiche ich das frühere Minenarbeiterdorf Mace Town. Heute wird es nur noch von Sandflies bewohnt, daher schnell weiter. Ein weiterer Pass trennt mich nun noch vom Tagesziel.

Im Abstieg nach Arrow Town beschließe ich dass es mit dem Knie nicht mehr weiter geht. Da ich nun wieder in der Zivilisation bin lasse ich die folgende Etappe ausfallen und fahre per Anhalter nach Queenstown. In dem sehr beliebten Partyort mache ich zwei Tage Pause um mich zu erholen. Durch den bevorstehenden Nationalfeiertag haben die Neuseeländer ein langes Wochenende, ich erreiche den Ort freitagabends und ergattere gerade noch so den letzten Zeltstellplatz auf dem Campingplatz. Ich habe hier einen Fallschirmsprung gebucht, allerdings fand er wegen Sturm nicht statt.

Fazit: Der Motatapu Track ist sehr viel grüner und grasiger als die bisherigen Etappen. Auch die Tatsache komplett alleine unterwegs zu sein war für mich neu. Insgesamt eine wirklich sehr schöne Etappe, aber wenn man nur drei Tage kalkuliert hat man eben auch entsprechend viele Höhenmeter dabei. Mein Knie hat das leider nicht gut vertragen. Highlight war der Weg nach Mace Town im Bachbett.

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