Neuseeland – Routeburn Track

Der Routeburn Track ist einer der registrierungspflichtigen „Great Walks“ in Neuseeland. Auf 32km verbindet er die Region um Queenstown mit dem Fiordland und der Milford Sound Gegend. Normalerweise werden 2-4 Tage veranschlagt, aber ich habe leider keinen Platz in den Hütten reservieren können.

Nach 3 Tagen Pause in Queenstown habe ich genug vom Trubel der Stadt. Mein Knie ist wieder abgeschwollen und schmerzt nicht mehr, allerdings steht bereits eine große Herausforderung bevor. Der Routeburn Track wurde mir bereits mehrfach empfohlen. Man könne ihn problemlos an einem Tag laufen. Da man die Übernachtungen auf den Hütten weit im Voraus buchen muss, bleibt mir sowieso nichts anderes übrig. Ich verlasse Neuseelands Party-Hotspot Queenstown und fahre per Anhalter ins beschauliche Glenorchy. Der Wetterbericht zwingt mich noch einmal zu zwei Tagen Pause, aber dann naht ein Schönwetterfenster.

In Glenorchy ist es sehr stürmisch, aber wunderschön. Viele Szenen aus „Herr der Ringe“ wurden hier gedreht, und man kann sich den Turm von Isengard gut hier vorstellen. Ich mache einen Spaziergang in der Lagune und genieße den Blick auf den See. Morgen soll es sehr stark regnen, mein Plan ist so nah wie möglich am Startpunkt des Routeburn Tracks zu campen. Meine Sorge dass mich in der Pampa niemand per Anhalter mitnimmt ist unbegründet, bereits nach 5 Minuten hält das erste Auto an und bringt mich zum Sylvan Camp. Hier verbringe ich den schlimmsten Tag des Urlaubs: Es regnet so stark dass ich 20 Stunden nur im engen Zelt liegen kann.

Am nächsten Morgen stehe ich noch in der Dunkelheit auf, mit dem ersten Licht möchte ich starten, denn der Tag wird lang: 35km, 1600Hm rauf und 1400Hm runter. Immerhin hat der Wetterbericht gestimmt, es regnet nicht mehr, und die Wolken haben sich auch weitestgehend verzogen. Um 6 Uhr mache ich mich auf den Weg, es sind noch 3,5km bis zum Start des Routeburn Tracks. Am Trailhead mache ich eine kurze Frühstückspause bevor es dann um 7.30 Uhr tatsächlich los geht. Der Weg ist breit und perfekt ausgebaut, außerdem bin ich nicht alleine unterwegs. Ein riesiger Unterschied zu den bisherigen TA Etappen. Die Hütten unterwegs sind riesig, eher kleine Dörfer statt der Notunterkünfte die ich bisher gesehen habe.

Der Weg ist leicht zu gehen und ich komme sehr schnell voran. Es sind sehr viele Touristen unterwegs die ich aber alle problemlos überholen kann. Nach kurzer Zeit bin ich über der Baumgrenze und habe wunderbare Tiefblicke und tolle Wasserfälle. Mein Ziel ist es, um 12 Uhr, spätestens jedoch um 13 Uhr, am höchsten Punkt zu sein um sicherzustellen dass ich im Hellen fertig werde. Das stellt sich als problemlos heraus, bereits um 11 Uhr bin ich am Sattel und mache ausgiebig Pause. Hier oben ist viel los, aber ich ergattere noch einen Sitzplatz mit schönem Ausblick.

Auch der Abstieg auf der anderen Seite ist sehr aussichtsreich. Man läuft quasi direkt unter dem Earland Falls hindurch, und passiert immer wieder tolle Bergseen. Auch hier bin ich wieder sehr schnell, mein Knie macht dankbarerweise keine Probleme mehr. Ich genieße den herrlichen Tag und freue mich dass ich mich für diese Tour entschieden habe. Die Länge der Tour und die Schmerzen der letzten Tage hatten mich zunächst doch erheblich zweifeln lassen.

Am Ende erreiche ich bereits um 16 Uhr den Parkplatz und somit das Ende des Routeburn Tracks. Der weltberühmte Milford Sound ist nicht weit entfernt und ich finde schnell ein holländisches Paar welches mich mit nach Milford nimmt. Leider gibt es dort keinerlei Übernachtungsmöglichkeiten. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet… Also erneut an die Straße stellen und hoffen dass noch nicht alle Touristen zurück gefahren sind. Es dauert etwas, doch am Ende finde ich wieder jemanden der mich mit nach Te Anau nimmt. Und so endet mein Tagestrip auf dem Routeburn Track und ich bin erfolgreich im Fiordland angekommen.

Fazit: Wow, was ein Trip! Ich bin richtig stolz das geschafft zu haben. 35km mit 1600Hm Aufstieg, das hätte ich vor dem Urlaub nicht für möglich gehalten. Die Great Walks sind ein Klacks im Vergleich zu so manchen TA Etappen: breit und perfekt ausgebaut. Da läuft es sich doch deutlich entspannter, auch wenn natürlich viel mehr los ist.

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