Wanderung auf den Hochmiesing

Rundwanderung von Geitau bei Bayrischzell auf den 1.883 m hohen Hochmiesing im Mangfallgebirge. Bei angenehmen Bedingungen werden wir für den langen Aufstieg mit einem traumhaften Ausblick auf die Bayerische und Tiroler Bergwelt belohnt.

Es wird steilDie Tour ist mit 18 km Strecke und 1.000 Höhenmeter Auf- und Abstieg recht lang, deshalb brechen wir zeitig auf. Gegen 9 Uhr sind wir in Geitau und nach einem kurzen Frühstück kann es losgehen. Die Tour haben wir so ähnlich schon einmal geplant gehabt (nur Umrundung, ohne Gipfel), mussten aber wegen dichtem Nebel am Soinsee abbrechen und wieder absteigen. Damals war es eine unserer ersten Wanderungen und wir waren entsprechend untrainiert. Daher hatte ich den Aufstieg entlang des Segelflugplatzes und über den Forstweg zum Soinsee als sehr anstrengend in Erinnerung. Heute haben wir damit keine Probleme, wir legen ein ordentliches Tempo vor. Unten im Tal hat man noch einen schönen Ausblick auf Wendelstein und Hochmiesing, aber sobald der Forstweg beginnt wird es unspektakulär: Es geht teils sehr steil bergauf, außer Wald sieht man nicht viel. Das ändert sich ab der Untersteilenalm, dort lichtet sich der Wald und man sieht zum erstenmal die Ruchenköpfe die über dem Soinsee thronen.
Soinsee und RuchenköpfeDeutlich schneller als angeschrieben erreichen wir den Soinsee und verschnaufen erstmal ein bisschen. Das Panorama ist super, die Ruchenköpfe spiegeln sich wunderschön im See. Dann geht es weiter in Richtung Großtiefentalalm, von wo man dann auch wieder das Tagesziel, den Hochmiesing, sieht. Auch die um 1 m höhere, aber deutlich überlaufenere, Rotwand haben wir ab jetzt ständig im Blick.

Pfad auf den GipfelAn der Alm biegen wir rechts ab und steigen zum Miesingsattel auf. Man merkt nun, dass wir immer näher ins Einzugsgebiet der Taubensteinbahn kommen die vom Spitzingsee hinaufführt. Bisher sind uns nur wenige Wanderer begegnet, jetzt werden es immer mehr. Allerdings ändert sich das schnell wieder, den Hochmiesing besteigt so gut wie keiner. Am Miesingsattel angekommen sehen wir zum erstenmal auf die andere Seite der Gebirgskette zur Brecherspitze, Aiplspitz und Jägerkamp. Der Aufstieg zum Hochmiesing zweigt hier rechts ab und führt am Stacheldrahtzaun entlang in die Latschenkiefern. Der Weg ist deutlich erkennbar, aber nicht offiziell angeschrieben, vielleicht ist aber auch nur das Schild abhanden gekommen.

Gipfel HochmiesingNach ca. 20 Minuten Aufstieg erreichen wir den weitläufigen Gipfel und finden ein Plätzchen zum Ausruhen. Die Aussicht ist toll, und obwohl einige Wolken am Himmel sind, ist die Fernsicht fantastisch! Wir sehen vom Chiemsee bis zur Zugspitze, und sogar Großglockner und Venediger stechen immer mal wieder durch die Wolkendecke. Drüben auf der Rotwand drängen sich viele Leute auf dem kleinen Gipfel, bei uns verteilen sich eine handvoll Menschen auf dem weiträumigen Plateau. Da kann man auch sehr gut damit leben sich nur den zweithöchsten Berg des Mangfallgebirges ausgesucht zu haben 😉

Bouldern beim AbstiegDer Weg zurück nach Geitau verläuft ziemlich unspektakulär. Zunächst geht es auf demselben Weg zurück zum Miesingsattel, dann nach Westen zur Kleintiefentalalm. Hier ist ein Abstecher zum Taubensteinhaus möglich, wir folgen jedoch dem Forstweg entlang hinab ins Tal. Unten treffen wir wieder auf den Forstweg des Aufstiegs und laufen zum Flugplatz. Dort ist heute Flugbetrieb, so können wir uns den Rückweg damit vertreiben die Start- und Landemanöver der Segelflieger zu beobachten. Dann gibt es noch einen Kaffee im Gasthaus bevor wir im obligatorischen Stau zurück nach München fahren.

Fazit: Die Tour war wirklich empfehlenswert! Der Anspruch ist relativ niedrig, man läuft die meiste Zeit auf Forstwegen oder gut ausgebauten Wanderwegen. Lediglich zwischen Groß- und Kleintiefentalalm, sowie hinauf zum Hochmiesing Gipfel, läuft man auf schmaleren Pfaden. Allerdings darf man die Distanz nicht unterschätzen, es sind immerhin 18 km Strecke sowie ca. 1.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen. Dafür wird man mit einer tollen Aussicht belohnt und ist deutlich einsamer als an der überlaufenen Rotwand. Einige Wanderer haben sich das lange Flachstück entlang des Flugplatzes gespart und sind bis zum Anfang des Forstweges mit dem Auto gefahren. Erlaubt ist das wahrscheinlich nicht, aber kontrolliert hat sicherlich auch keiner…

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